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SAL eröffnet 5G/6G-Testbed in Linz

Silicon Austria Labs (SAL) hat am 4. November 2026 in der LIT Factory am Campus der Johannes Kepler Universität Linz sein 5G/6G-Testbed eröffnet. Unternehmen jeder Größe können dort neue Vernetzungstechnologien unter realen Produktionsbedingungen entwickeln und erproben.

Vorgestellt wurde das Testbed im Rahmen der ESBS Austria Conference 2026. Die Konferenz bringt die österreichische Elektronik-, Halbleiter- und Software-Community zusammen und stand heuer im Zeichen von Physical AI, also der Integration Künstlicher Intelligenz in Maschinen, Produktionsanlagen und Fahrzeuge. Bundesminister Peter Hanke, Landeshauptmann Thomas Stelzer, Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner und SAL-Geschäftsführerin Isabel Tausendschön eröffneten die neue Infrastruktur gemeinsam.

Testen dort, wo es zählt

Auf rund 1.600 Quadratmetern Hallenfläche betreibt SAL ein privates 5G-Standalone-Campusnetz. Industrieroboter, autonome mobile Robotersysteme, hochauflösende Kameras, UWB-Ortungssysteme und umfangreiche Messtechnik ergänzen die Infrastruktur. So lassen sich Zuverlässigkeit, Funkabdeckung und Reaktionszeiten unter echten Produktionsbedingungen untersuchen und optimieren. Kommerzielle und offene Netzwerktechnologien laufen dabei parallel. Das zeigt, welche kostengünstigeren Lösungen auch für kleine und mittlere Unternehmen funktionieren.

„Ein Testbed lebt von der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, die neue Lösungen brauchen, und Forschung, die sie möglich macht. Aus exzellenter Forschung konkrete Ergebnisse für unsere Partner aus der Wirtschaft zu machen, liegt in der DNA von Silicon Austria Labs. Linz ist dafür der richtige Ort, denn hier arbeiten Forschung und Wirtschaft nicht nebeneinander, sondern miteinander“, sagt Dr.in Isabel Tausendschön, kaufmännische Geschäftsführerin der Silicon Austria Labs GmbH.

Millimeterwellen als Baustein für 6G

In der LIT Factory befindet sich Österreichs einziges industrielles Testfeld, in dem Millimeterwellen-Technologien oberhalb von 24 Gigahertz unter realen Produktionsbedingungen eingesetzt werden. Diese Frequenzbereiche gelten als Schlüssel für künftige 6G-Netze, weil sie deutlich höhere Datenraten und minimale Latenzzeiten ermöglichen. Weitere Bausteine der nächsten Mobilfunkgeneration erforscht SAL bereits heute und integriert sie schrittweise. Dazu zählen KI-gestützte Funkmodelle, intelligente Netzwerksteuerung, neue Sicherheitskonzepte und die Entwicklung eigener 6G-Funkchips.

Einfacher Einstieg für KMU

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen senkt das Testbed die Hürde, in neue Vernetzungstechnologien einzusteigen. Gemeinsam mit den Expertinnen und Experten von SAL entwickeln Betriebe neue Anwendungen und führen sie bis zur Marktreife. Eine SAL-Co-Finanzierung von bis zu 50 Prozent sowie Förderungen über das European Digital Innovation Hubs Network und das Austrian Chips Competence Center (ATC3) erleichtern den Zugang.

„Das Testbed stärkt den Austausch zwischen Forschung und Wirtschaft und damit die Innovationskraft des Wirtschaftsstandorts Oberösterreich. Es fördert die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Unternehmen, beschleunigt den Einsatz neuer Technologien in den Betrieben und macht den Standort für internationale Unternehmen, Forschungsprojekte und Investitionen noch attraktiver“, so Landesrat Markus Achleitner.

Industriepolitik zum Angreifen

„Was wir heute hier sehen, ist Industriepolitik, die man angreifen kann. Strategien entstehen am Papier, entscheidend ist, ob sie in den Betrieben ankommen. Mit dem 5G/6G-Testbed bekommen unsere Unternehmen Zugang zu Technologien, bevor diese am Markt sind“, sagte Innovationsminister Peter Hanke.

Für das Land Oberösterreich ist das Testbed der nächste Schritt der KI-Exzellenzstrategie. „Die Fabrik der Zukunft entsteht nicht irgendwann, sondern wird schon heute in Oberösterreich entwickelt. Was hier in Linz erforscht und getestet wird, kann morgen in unseren Betrieben zum Einsatz kommen“, sagte Landeshauptmann Thomas Stelzer.

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