Graz/Villach/Linz, 25.06.2019 – Mit der Unterzeichnung des Verschmelzungsvertrags durch die Geschäftsführung der SAL und den Vorstand der CTR wird der seit Ende Februar laufende Vorbereitungsprozess zur personellen und organisatorischen Verschmelzung der beiden Forschungszentren nun auch rechtlich besiegelt: Nach offizieller Eintragung im Firmenbuch werden sämtliche Forschungsagenden ausschließlich über die Silicon Austria Labs GmbH laufen. Die Kontinuität der Forschungsaktivitäten und Projekte der CTR hat dabei oberste Priorität. Dank eines langfristig angelegten Projekts zur Vorbereitung des Mergers kann eine lückenlose Fortführung der Projekte und -Vorhaben entsprechend der SAL-Forschungsstrategie gewährleistet werden.

„Diese Verschmelzung ist Auftakt für ein neues Kapitel österreichischer Innovationskraft im Bereich elektronikbasierter Systeme“, kommentiert SAL-Geschäftsführer Dipl.-Ing. Werner Luschnig den rechtlichen Merger der SAL und CTR. „Dank der äußerst konstruktiven Zusammenarbeit mit dem CTR-Vorstand, des unermüdlichen Einsatzes aller SAL- und CTR-MitarbeiterInnen sowie geleitet von der gemeinsamen Vision, die Forschungslandschaft im Bereich elektronikbasierter Systeme mitzugestalten, können wir nun als ein Team die Chancen der digitalen Transformation für den Standort nutzen und die technologische Zukunft Österreichs mitgestalten“, so Luschnig.

Der Aufbau des Forschungszentrums schreitet voran

Nach der Unterzeichnung des Rahmenvertrags im August 2018 durch die Gesellschafter, der offiziellen Gründung der Silicon Austria Labs GmbH am 14. Dezember 2018 sowie der Übertragung aller CTR-Aktien auf die SAL durch das Land Kärnten am 26. Februar 2019 ist die rechtliche Verschmelzung der nächste wichtige Meilenstein in der Aufbauphase des Forschungszentrums.

Durch die Bündelung der Kompetenzen werden Synergien im Bereich der elektronikbasierten Systeme zwischen den Standorten Graz, Linz und Villach und den breiter angelegten Forschungsfeldern der SAL verstärkt genutzt. Nicht zuletzt dank der attraktiven öffentlichen Basisfinanzierung (140 Mio. Euro bis 2023) kann das Forschungszentrum neue Maßstäbe in der Forschung setzen und entlang der gesamten EBS-Wertschöpfungskette Forschungskonsortien bilden (EBS = Electronic Based Systems).

„Der Aufbau der Silicon Austria Labs stellte eine große Herausforderung dar und wir sind stolz darauf, dass wir aus den Konzepten und Planungen der ersten Jahre nun tatsächlich ein Forschungszentrum dieses Kalibers errichten konnten“, berichtet Sektionsleiter-Stellvertreter Mag. Ingolf Schädler vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (Sektion III – Innovation und Telekommunikation) und fügt hinzu: „SAL wird das nationale EBS- und Mikroelektronik-Ökosystem nachhaltig weiterentwickeln und zusätzliche Kapazitäten aufbauen, die es Österreich erlauben werden, in diesen Kerntechnologien auf internationaler Ebene wettbewerbsfähig zu sein. In einer kapitalintensiven Forschungssparte wie der Mikroelektronik müssen kritische Massen erzeugt werden, was wir mit SAL nun bei höchsten Exzellenzansprüchen umsetzen“.

Spitzenunternehmen benötigen Spitzenforschung

SAL wird das Bindeglied zwischen kleinsten Komponenten bis hin zu intelligenten Systemen entlang der Wertschöpfungskette darstellen. Mit Innovationen, die quer über diese Wertschöpfungskette wirken, können beteiligte Industrieunternehmen besondere Wettbewerbsvorteile am Weltmarkt erzielen.

„Österreichische Unternehmen sind im Bereich elektronischer Systeme gut positioniert. Um im globalen Wettbewerb an der Spitze bestehen zu können, benötigen sie Forschung auf Weltniveau. Dies bietet Silicon Austria Labs. Durch deren Leistung im Bereich Forschung & Entwicklung kann Österreich vermehrt auf Schlüsseltechnologien in der Digitalisierung setzen und so das Innovationsökosystem im Bereich der Mikroelektronik und ‘embedded software’ stärken“, analysiert Dr. Klaus Bernhardt vom Fachverband für Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) die Rolle von SAL im Zusammenspiel mit der Industrie. „SAL gewinnt mit der CTR ein erfahrenes Forschungsteam, gleichzeitig bietet die Ausrichtung der SAL dem Villacher Standort die einzigartige Möglichkeit zu wachsen und die Sichtbarkeit der europäischen Forschungsaktivitäten massiv zu erhöhen“, erörtert Dr. Bernhardt die Potenziale der Verschmelzung.

Neue Arbeitsplätze und Forschungs-Infrastruktur – Investitionen in den Wirtschaftsstandort Österreich

Am High Tech Campus Villach werden die Top-Forscherpositionen bis 2023 auf etwa 160 Arbeitsplätze verdreifacht. Mit dem Bau eines zusätzlichen Forschungsgebäudes wird noch 2019 begonnen. Bis 2023 sind zusätzlich bis zu 3.000 m² für Büro- und Laborflächen vorgesehen.

Im Zuge des SAL-Aufbaus am Standort Villach wird auch die Bandbreite für den Hochleistungs-Datentransfer von 30 Mbit auf 700 Mbit erhöht. Dies ermöglicht schnellere Datenübertragung zwischen den SAL-Standorten und innerhalb des wissenschaftlichen Netzwerks der SAL.

„Kärnten setzt auf wirtschaftspolitische Megatrends, die die Zukunft und das zukünftige Leben bestimmen. Mit dem Merger zwischen CTR und SAL kann fortgeführt werden, was vom CTR bereits erfolgreich begonnen wurde“, hebt LH-Stv.in Dr.in Gaby Schaunig hervor.

Ausgehend von den vorhandenen Laboren und Reinräumen, dem umfassenden Know-How im Bereich der Sensorik und nicht zuletzt dank der hochqualifizierten CTR-Fachkräfte, Vorstände sowie der designierten Division-Leiterin für Sensorsysteme Dr.in Christina Hirschl kann SAL die Forschungstätigkeiten in Villach lückenlos fortführen und dem Exzellenzanspruch in der Forschung gerecht werden.

„Es freut mich den SAL-Standort Villach in großer Kontinuität in den motivierten, kompetenten Händen einer Frau zu wissen, die schon den CTR-Standort mitgestaltet hat. Durch die Fusion von CTR und SAL erlangt die Region Österreich-Süd noch größere internationale Aufmerksamkeit und rückt durch die Zusammenarbeit mit bereits ansässigen, global operierenden Unternehmen als Kompetenzregion im EBS-Bereich ins weltwirtschaftliche Blickfeld“, so Schaunig.

High-Tech Stadt Villach – SAL-Standort mit Perspektive

Als Drehscheibe im Alpen-Adria-Raum ermöglicht Villach die Vernetzung und Kooperation mit hochkarätigen Unternehmen und Institutionen und somit die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft. Der Standort vereint hochschulisches Know-How, Forschungsinstitutionen und Technologieunternehmen, wodurch sich wichtige Synergien für SAL ergeben. Das Bündeln dieser Kompetenzen ist grundlegend für die Rekrutierung internationaler SpitzenwissenschaftlerInnen.

„Die Stadt Villach setzt auf nachhaltiges Engagement in Forschung und Arbeitsplätze. Wir werden heute von Wirtschaftsmagazinen als „Boomtown“ bezeichnet, in der global konkurrenzfähige Wirtschafts- und Forschungsbetriebe in Zusammenarbeit mit kompetenter Verwaltung Großes ermöglichen. Mit Silicon Austria Labs, Infineon und weiteren Top-Konzernen zieht Villach wie eine Lokomotive die Hightech-Region Kärnten in eine großartige Zukunft.“, erläutert Villachs Bürgermeister Günther Albel die Etablierung Villachs als High-Tech-Stadt.

Neben dem innovativen Arbeitsumfeld ist Villach mit seiner Nähe zu Seen, Bergen und Meer sowie seinem Bildungs- und Freizeitangeboten ein attraktiver Wohnort. Dies spielt auch eine große Rolle für ForscherInnen, die mit ihren Familien nach Villach ziehen möchten.